von tieren und pflanzen

Von Tieren und Pflanzen, 2018

„Vielleicht lässt sich künstlerisches Talent ja auch gerade daran erkennen, dass es sich jemand mit der Kunst und der Welt nicht einfach macht – und dabei auf Dinge kommt, die auf gespenstische Weise selbstverständlich wirken. So wie Anne Arndts Nachbau eines Wartezimmers mit grauen Sitzschalen, Lesezirkel-Heften, Fernsehschirm und Snackautomat, aus dem allerdings nicht Salzgebäck und Süßigkeiten gezogen werden können, sondern Verteidigungswaffen für Frauen. Auf Knopfdruck und nach Geldeinwurf fallen Reizgaspistolen, Elektroschocker oder Alarm-Lippenstifte in den Automatenschacht, und zwar jeweils als handelsübliche Originalware in Mädchenrosa. Für Arndt ein realistisches Geschäftsmodell. Auf dem Fernsehschirm an der Wand ziehen Bilder aus Google Street View vorüber, die Kölner „Ablageorte“ von mit K.o.-Tropfen betäubten und missbrauchten Frauen zeigen. Auf der Tonspur sind bürokratisch und durchaus hilflos klingende Tipps der Polizei zu hören, wie sich Frauen gegen dergleichen Übergriffe schützen sollen. Der Selbsthilfeautomat erscheint in dieser Konstellation als bessere Alternative; jedenfalls ist er schon beinahe leer „gesnackt“.“ – Michael Kohler

„Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist die des Tieres und der Pflanze.“ – Hegel