uncanny valley

uncanny valley, 2019

“Ein Voliere-artiges Objekt entsteht durch die Verbindung von parallel zu Boden hängenden rosa Fäden, die, im Kreis sich anordnend, an einen rosa Teppich anschließen. Privater und öffentlicher Raum sind quasi durch einen Windstoß durchbrechbar. Der spezifisch private Raum kann von jedem durchschritten werden, doch lädt dieser nicht zum Verweilen ein. Anne Arndt stellt hier einen Imperativ der Transparenz fest, der, verbunden mit der Logik un-/geschützter Räume und prekärer Privatheit in ihrer Arbeit nicht nur visuell, sondern auch körperlich erlebbar wird”. – P. M. D.

“(…) Feministische Ermächtigungspraktiken. Der gegenwärtige Diskurs an der KHM zu den Themen Sexismus, sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch in der Kulturbranche spiegelt sich in mehreren künstlerischen Positionen wieder. Besonders im letzten Jahr wurde der Hochschulalltag durch öffentliche Debatten beeinflusst. Einige Arbeiten, aus denen sich eine feministische Positionierung herauslesen lässt befinden sich besonders präsent in einem der hochfrequentierten Bereiche des Campus, direkt beim Mensahof. Diese thematische Häufung der Arbeiten im Eingangsbereich wirkt für diejenigen, die mit dem Diskurs an der Hochschule vertraut sind wie ein unausgesprochenes Statement. Dort zu sehen ist zum Beispiel die Arbeit „Uncanny Valley“ eine feministische Kutte von Anne Arndt. Üblicherweise stammt die Kutte aus der männlichen, gewaltbereiten Bikerszene, und findet ihre Verwendung als Identifikations- und Auszeichnungsmerkmal von Motorradclubmitgliedern. Die Kutte von Anne Arndt hingegen ist mit feministischen Patches aus der ganzen Welt bestückt, und vermittelt dadurch Solidarität zwischen Frauen weltweit. Ziel der Arbeit ist es, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und einen Weg aus der Opferrolle, hin zu einer selbstbestimmten und gleichberechtigten Lebensweise zu finden. Es ist ausdrücklich erwünscht, dass Besucher*innen die feministische Kutte im Ausstellungskontext anprobieren, viele fotografieren sich gegenseitig in der Kluft. (…)” – Sissy Schneider