gur

Ausstellungsansicht, GUR – Bandke & Arndt, Matjö – Raum für Kunst, Köln 2019

Gur, Anna Bandke & Anne Arndt, 2019

GUR – Dove Tower

Die Trennung von Kultur und Natur, zeigt sich in der geordneten, gereinigten Stadt durch ein gewalttätiges System. Mittels Gift, Stacheln, Netze, akustischer Signale, Tierattrappen, Elektroschocker wird der Lebensraum von nicht-menschlichen Tieren, wie der Stadttaube militärisch abgegrenzt. Die Taube wird, trotz symbolischer wie emblematischer Konnotation zur urbanen Pest degradiert. Ihr Nutzen für Landwirtschaft, Kommunikation und Nahrung geriet in unser heutigen hoch industrialisierten Welt durch fehlende ökonomische Produktivität in Vergessenheit. Als Antithese einer idealen Metropolis, Störung der modernen Raummatrix, als unruly creature beschrieben, die aus dem Urbanen entfernt werden muss. Doch die von der Felsentaube abstammende, verwilderte Stadttaube gehört zu den ersten domestizieten Tieren und ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger. Die Taube als Stadtbewohner*in, als „companion species“ im Sinne Haraways zu betrachten, ermöglicht es die Stadt als Raum für speziesübergreifende Beziehungen zu verstehen, in der Subjektivierung zur Solidarisierung führen kann.

Inspiriert durch den Diskurs der Human-Animal Studies und des Animal- Aided Design entstanden  mittels architektonisch-künstlerischer Praktiken, skulpturale, gar monumentale Entwurfsmodelle von Taubenhäuser der Wertschätzung und Solidarität.

Modelle 1:50, Bandke – Lehm, Arndt – Birke, 3D – Druck